Kapitel 1. Getting Started

Inhaltsverzeichnis

Voraussetzungen und Installation von CapiSuite
Voraussetzungen
Installation
Update von früheren Versionen
Wie funktioniert CapiSuite, wie wird es konfiguriert und gestarted
Wie funktioniert CapiSuite?
Konfiguration von CapiSuite
Start von CapiSuite
Features und Konfiguration der Standard-Skripte
Skript-Features
Wie die Skripte funktionieren
Skript-Konfiguration
Alte Dateien löschen
CapiSuite mit den Standard-Skripten verwenden
Anrufe empfangen
Eine Fernabfrage machen
Faxe Versenden

Voraussetzungen und Installation von CapiSuite

Voraussetzungen

Hardware und Treiber

Da CapiSuite das CAPI (Common ISDN Application Programming Interface) für den Zugriff auf Ihre ISDN-Hardware benutzt, brauchen Sie eine Karte, für die ein CAPI-kompatibler Treiber verfügbar ist.

Momentan sind dies alle Karten, die von AVM hergestellt werden, und einige Eicon-Karten. Wenn Sie eine der passiven Karten von AVM nutzen, müssen Sie sich deren CAPI-Treiber herunterladen und installieren.

Es gibt auch einige Distributionen (z.B. aktuelle Versionen von SUSE), bei denen die Capi4Linux-Treiber von AVM bereits dabei sind - Sie müssen sie dann nur noch aktivieren (unter SUSE mit YaST2). Wenn Sie eine aktive Karte von AVM besitzen (z.B. die B1, C2 oder C4), dann haben Sie bereits alles benötigte installiert.

Nein, es gibt keine Möglichkeit, CapiSuite mit der alten ISDN4Linux-Schnittstelle zum Laufen zu bringen. Vermutlich wird es die auch nie geben, weil das ISDN4Linux-Projekt eine CAPI-kompatible Schnittstelle mittlerweise in dem neuen mISDN zur Verfügung stellt. Selbstverständlich funktioniert CapiSuite auch damit.

CapiSuite wurde hauptsächlich mit ISDN-Karten von AVM getestet, insbesondere mit der Fritz!PCI, der Fritz!USB und der B1 auf der i386-Plattform, aber es sollte mit anderen CAPI-kompatiblen Treibern für andere Karten oder auf anderen Plattformen keine Probleme geben. Trotzdem müssen nicht von allen CAPI-kompatiblen Karten alle Features unterstützt werden, sodass Sie evtl. nicht mit allen Karten faxen oder vom Sprach- in den Fax-Modus umschalten können.

Software

CapiSuite benötigt einige Pakete, die installiert sein müssen, bevor CapiSuite benutzt werden kann.

Ich liste sie hier zusammen mit einer kurzen Information, warum das Paket benötigt wird und wo Sie weitere Informationen zur Installation finden können, auf. Es ist immer eine gute Idee, zuerst einmal mit dem Installationstool Ihrer Lieblingsdistribution zu prüfen, ob sie bereits dabei sind, bevor Sie alle aus dem Internet herunterladen und installieren. Keine Angst, weil es so viele sind - die meisten sind bei fast jeder Distribution dabei und vermutlich bereits auf Ihrem System installiert.

Python >= 2.2

CapiSuite verwendet einen eingebauten Python-Interpreter, um die Skripte zu interpretieren - deshalb brauchen Sie eine installierte und lauffähige Version von Python. Diese sollte in nahezu jeder aktuellen Linux-Distribution enthalten sein. Weitere Infos zu Python, ein schönes Tutorial und vieles mehr finden Sie unter http://www.python.org

sox >= 12.17.3

Dies ist das Schweizer Offiziersmesser für die Konvertierung von Audio-Formaten. Es wird nicht vom CapiSuite-Kern benötigt, ist aber sehr nützlich, wenn Sie Sprachdateien für Anrufe auf Ihrer Maschine anhören oder aufnehmen möchten. Es wird auch benötigt, wenn Sie die Standard-Skripte von CapiSuite benutzen möchten. Ich möchte wetten, dass es in Ihrer Distribution dabei ist und sehr wahrscheinlich ist es auf Ihrem System bereits installiert. Um sicher zu gehen, probieren Sie einfach mal aus, sox zu starten. Wie mir Helmut Gruber mitteilte, benötigen Sie mindestens Version 12.17.3, da erst diese die hier genutzten Inversed-A-Law-Dateien unterstützt. Sie finden weitere Details unter http://sox.sourceforge.net

sfftobmp

CapiSuite speichert Fax-Dateien im CAPI-spezifischen Format Structured Fax File (SFF). sfftobmp ist ein kleiner, aber sehr nützlicher Konverter, um diese Dateien in gängigere Formate wie JPEG, TIFF oder BMP zu konvertieren. Sie bekommen es unter http://sfftools.sourceforge.net/sfftobmp.html. Es wird ebenfalls nicht vom CapiSuite-Kern benötigt, aber von den Standard-Skripten.

sffview

Dieses Tool ist ein einfacher, aber nützlicher SFF-Betrachter. Es wird von keiner CapiSuite-Komponente benötigt, ist aber sehr nützlich, wenn Sie mal eben ein Fax ansehen möchten, ohne es vorher erst konvertieren zu müssen. Sie finden es unter http://sfftools.sourceforge.net/sffview.html.

tiff2ps

Ein kleines Utility, um TIFF-Dateien ins Postscript-Format zu konvertieren. Es wird von den Standard-Skripten benötigt, um Faxe in PDF-Dateien umzuwandeln (SFF->TIFF->PS->PDF :-} ). Es ist oft in einem Paket namens tiff oder tifftools enthalten. Details unter http://www.libtiff.org

ps2pdf

Noch ein kleines Utility für die Kette SFF->PDF - diesmal für die Konvertierung von Adobe PostScript in Adobe PDF. Es ist bei Ghostscript dabei, sodass Sie es höchst wahrscheinlich bereits haben. (http://www.gnu.org/software/ghostscript/ghostscript.html)

aktueller Ghostscript mit cfax-Patch

Aktuelle Ghostscript-Versionen enthalten ein Device, um die oben erwähnten SFF-Dateien zu erstellen. Wenn Sie eine ältere Version haben, brauchen Sie den Patch von http://sfftools.sourceforge.net/ghostscript.html. Um zu prüfen, ob Ihre GhostScript-Version diesen Patch bereits hat, rufen Sie bitte gs --help auf und sehen nach, ob Sie das Device cfax in der langen Liste der unterstützten Devices finden können.

jpeg2ps

Das jpeg2ps-Kommando wird zur Konvertierung von Farbfaxen in das PostScript-Format für die Mailzustellung benötigt. Sie brauchen es nicht, wenn Sie keine Farbfaxe empfangen wollen. Unglücklicherweise gibt es wegen eines Treiberfehlers momentan keine Möglichkeit, den Empfang von Faxdokumenten bei AVM-ISDN-Karten komplett zu deaktivieren. Wenn Ihnen also jemand ein Farbfax schicken sollte (was nach meiner Erfahrung nur sehr selten vorkommt), dann bekommen Sie eine Fehlermeldung per Mail, wenn Sie dieses Programm nicht installiert haben. Wenn Ihre Linux-Distribution dieses Paket nicht enthält, können Sie es von http://www.pdflib.com/jpeg2ps/ herunterladen.

Da das Farbfaxprotokoll für die Übertragung mehrseitiger Dokumente aneinandergehängte JPEG-Dateien benutzt, sollten Sie außerdem meinen multiJPEG-Patch von http://www.hillier.de/linux/jpeg2ps-multi.php3 herunterladen und anwenden.

Installation

Zuerst sollten Sie prüfen, ob Ihr CAPI-Treiber korrekt eingerichtet wurde. Rufen Sie einfach capiinfo als root in einer Shell auf.

Wenn Sie viele Zeilen erhalten, funktioniert Ihr CAPI-Treiber. Wenn Sie nur eine Fehlermeldung erhalten, müssen Sie einen CAPI-kompatiblen Treiber installieren. Bitte schauen Sie in der Dokumentation Ihres ISDN-Kartenherstellers, Ihrer Linux-Distribution und/oder auf einer ISDN-Mailingliste deswegen nach. Wenn Sie wirklich niemanden finden können, der Ihnen dabei hilft, können Sie als letzten Ausweg mich auf der CapiSuite-Mailingliste um Rat fragen.

Der Rest der Installation hängt davon ab, ob Sie Binär- oder Source-Pakete verwenden, um CapiSuite zu installieren. Wenn die die CapiSuite-Sourcen nicht ändern möchten, empfehle ich, die Binärpakete zu verwenden, falls diese für Ihre Distribution und Plattform verfügbar sind.

Sie können sowohl die Binär- als auch die Source-Pakete im Download-Bereich unter http://www.capisuite.de herunterladen. Wenn Sie selbst Pakete für andere Distributionen erstellt haben, schicken Sie mir diese bitte und ich werde sie dorthin kopieren...

Installation der Binär-Pakete

Wenn Sie Binär-Pakete für Ihre Distribution und Plattform bekommen können, empfehle ich, diese zu verwenden. Diverse Pakete für diverse Distributionen sind bereits verfügbar, die von verschiedenen Personen gepflegt werden. CapiSuite ist mittlerweile auch Bestandteil von aktuellen Versionen von SUSE, Debian und Gentoo.

Wenn es Ihnen gelungen ist, CapiSuite auf einem nicht erwähnten System zu installieren, lassen Sie es mich bitte wissen und ich werde die Beschreibung hier aufnehmen. Wenn Sie Binär-Pakete für andere Distributionen erstellt haben, wäre ich ebenfalls erfreut, wenn ich auf Ihren Download-Bereich verweisen könnte oder Sie auf meiner Seite anbieten könnte.

Jetzt sollte alles soweit sein, dass wir loslegen können. Lesen Sie also weiter im „Wie funktioniert CapiSuite, wie wird es konfiguriert und gestarted“.

Installation der RPM-Pakete (SUSE, Mandrake, Fedora & Co.)

Um die CapiSuite-RPM-Pakete zu installieren, können Sie entweder Ihr Lieblings-Setup-Tool verwenden - entweder von Ihrem Distributor oder aus der Community - oder Sie können es manuell (als root) machen:

rpm -Uvh capisuite-version.rpm
Installation anderer Pakete

Informationen über die Installation anderer Paketformate sollten Sie in der Dokumentation Ihrer Distribution, in den Paketen selbst oder auf den Homepages der jeweiligen Maintainer finden. Wenn Sie eine Installationsbeschreibung für bestimmte Pakete für diese Anleitung verfassen wollen, wenden Sie sich bitte an mich.

Installation der Source-Pakete

Wenn Sie keine Binär-Pakete verwenden können oder Sie möchten alles selbst machen, können Sie sich die Sourcen aus dem Download-Bereich herunterladen.

Laden Sie das neueste Tar-Archiv (capisuite-X.Y.tar.gz) von der CapiSuite-Homepage herunter und kopieren Sie es irgendwo hin. Wechseln Sie dorthin und geben Sie die folgenden Befehle ein:

./configure
make
su # jetzt als root
make install

Dies installiert CapiSuite komplett im /usr/local-Baum. Wenn Sie in ein anderes Verzeichnis installieren möchten, schauen Sie sich bitte die Kommandozeilen-Hilfe an, die von

./configure --help

ausgegeben wird. Hier finden Sie Optionen zum ändern des Installationsverzeichnisses.

Installation aus dem Subversion-Repository

Wenn Sie ganz innovativ sein und immer die neuesten Features testen wollen, können Sie sich die aktuellen Sorucen von CapiSuite aus dem Repository holen.

Dies ist nicht empfohlen, wenn Sie nicht die neuesten Features testen oder bei der Entwicklung von CapiSuite helfen wollen! Die Entwicklungsversionen können OK sein, können aber auch nicht funktionieren oder noch nicht mal kompilieren. Es ist Ihr eigenes Risiko!

Sie müssen die üblichen Entwicklungs-Tools installiert und lauffähig haben, wie z.B. GNU make, gcc/g++ und alle Komponenten, die oben beschrieben wurden (insbesondere die Entwickler-Pakete von Python).

Wenn Sie die Dokumentation aus den Sourcen erstellen wollen, brauchen Sie zusätzlich Doxygen und funktionsfähige Docbook/XML-Tools.

Eine Anleitung, wo Sie das Repository finden und wie Sie die Sourcen auschecken können, finden Sie im Download-Bereich auf der CapiSuite-Homepage unter http://www.capisuite.de.

Wenn Sie die Sourcen in ein Verzeichnis ausgecheckt haben, machen Sie bitte ein

make -f Makefile.cvs

Jetzt können Sie ganz normal mit der Installation weiter machen wie im „Installation der Source-Pakete“ beschrieben.

Update von früheren Versionen

Dieser Abschnitt enthält einen Überblick über das Vorgehen, wenn Sie bereits eine frühere Version von CapiSuite installiert haben.

Generell sollte der übliche Updatemechanismus, passend zu Ihrer Installationsart verwendet werden - zum Beispiel also der Update-Modus Ihres Paketmanagementtools wenn Sie ein Binärpaket installiert haben. Sollten Sie CapiSuite von den Sourcen gebaut haben, sollten Sie ihre alte Konfiguration vor dem Aufruf von make install sichern. Im Prinzip entspricht das Vorgehen hier dem bei jedem anderen Software-Paket, das Sie benutzen - daher möchten wir hier nicht weiter darauf eingehen.

Was hier hauptsächlich behandelt werden soll, sind die Änderungen der Konfigurationsdateien und der Anforderungen an andere installierte Tools zwischen verschiedenen CapiSuite-Versionen, so dass Sie Ihre Installation schnell auf den aktuellen Stand bringen könnnen. Eine umfassendere Liste der neuen Features und wichtigen Änderungen finden Sie in der Datei NEWS, die in den CapiSuite-Paketen enthalten ist. Zusätzlich enthält das ChangeLog alle einzelnen Änderungen in den Source-Dateien im Detail, was aber wohl nur für Entwickler interessant sein dürfte.

0.4.4 auf 0.4.5

Die Standardskripte verwenden nun eine SMTP-Verbindung zu localhost, anstatt das sendmail-Kommando manuell aufzurufen, wie es frühere Versionen taten. Dies wurde auf Grund von diversen Stabilitätsproblemen mit dem alten Mechanismus geändert. Das bedeutet, dass Sie nun einen laufenden SMTP-Dämon benötigen, der Verbindungen auf localhost annimmt. Da dies in der Standardeinrichtung der meisten Distributionen der Fall ist, sollte das kein Problem sein.

In answering_machine.conf und fax.conf stehen zwei neue Optionen zur Verfügung: fax_email_from und voice_email_from erlauben die Festlegung der von CapiSuite beim Senden von Mails an die User verwendeten Absenderadresse. Diese Einträge sind allerdings optional - sind sie nicht gesetzt, wird wie bisher der Username als Absender angegeben.